Hellboy – Call Of Darkness – Review

Er ist wieder da! Nein, ich rede nicht vom Österreicher mit dem lustigen Schnurrbart, sondern von unserem liebsten teuflischen Dämon aus der Nachbarschaft – Hellboy! Die Kritiken um den großen roten Burschen standen nicht gut, deshalb bekommt ihr zum DVD- und BluRay-Start natürlich meine eigene Meinung zum Reboot machen. Ob der neue Fürst der Finsternis mich absolutes Hellboy-Fangirl wirklich überzeugen konnte oder ob der Film eher eine cineastische Apokalypse war, erfährst du in diesem Blogpost.

Die Story ist schnell erklärt und im tiefen Kern die gleiche, wie in den Vorgängern. Großer roter böser Dämon, der eigentlich gar nicht so böse ist, soll die Apokalypse im Namen diverser Antagonisten einleiten. Bei Hellboy – Call of Darkness bekommen wir es hier mit einer Haupt- und einer Nebenantagonistin zu tun und machen noch einen kurzen Ausflug in die Vergangenheit zu Rasputin, der in dem Reboot aber keine weitere Rolle spielt. Jedenfalls möchte diesmal die Hexe Nimue, die hunderte Jahre zuvor die Pest übers Land brachte und von König Arthur besieht wurde, Rache an den Menschen nehmen und startet Versuch Nummer zwei, die Menscheit zu unterjochen. Und wer könnte ihr dabei besser helfen als Hellboy?
Im Laufe des Film treffen wir aber noch auf eine andere Figur, die man eher aus der russischen Folklore kennt – die Hexe Babajaga in ihrem wandelnden Haus. Diese möchte Hellboy natürlich ebenfalls für ihre Machenschaften benutzen und hat dabei ganz eigene Pläne. Und damit wären wir auch schon bei den zwei großen Knackpunkten des Films: die Besetzung und das Drehbuch.

Hellboy – Drehbuch Of Darkness?

Ich frage mich, wie man auf die absolut hirnverbrannte Idee kommen konnte, Milla Jovovich die Bösewichtin in Helloy – Call of Darkness spielen zu lassen. Diese Frau ist Model und keine Schauspielerin, auch wenn sie es scheinbar nicht sieht, ebenso wie die Produzenten es nicht gesehen haben. Mehr als ein paar abgenervte Blicke und pseudoaggressive Gesichtszüge bekommen wir von ihr als ach so schreckliche Hexe Nimue leider nicht geboten. Sie erscheint eher als die Parodie einer Antagonistin und kann schauspielerisch in keinster Weise überzeugen. Ihr filmische Glanzzeit begann und endete mit Resident Evil und auch da kann man sich streiten, ob Milla jetzt eine badass Zombie-Slayerin war oder eher eine Lara Croft für ganz arme. Auch ihre Figur konnte im Film nicht wirklich viel. Eigentlich hat ihr warzenschweinischer Igor alles für sie erledigt, der dann zum Dank auch noch die angepissten Blicke und den einen oder anderen Arschtritt kassieren durfte.

Hellboy Call of Darkness Review
© Universum Film

Schauen wir uns dagegen dochmal eine richtig alptraumhafte Antagonistin an, wie man sie eher aus der Feder des vormaligen Hellboy-Machers Gullierme del Toro erwarten würde: Hexe Babajaga. Diese taucht leider nur am Rande auf, hinterlässt aber deutlich mehr Eindruck als Milla Jovovich (was ja auch nicht allzu schwer ist…). Die Hexe könnte als Cusine dritten Grades des „Augenmonsters“ aus Pans Labyrinth durchgehen, was schon ziemlich geil ist! Das nenne ich mal ein Figurendesign, wie es sich für einen Hellboyfilm geziehmt. Sogar kampftechnisch hat die alte Lederhandtasche ordentlich was drauf. Ich verstehe nicht, wieso man sich nicht eher auf eine Story nur mit ihr konzentriert hat, aber eventuell habe ich dazu auch einfach zu wenig Hintergrundwissen zur Produktion und zu den Comics. Vielleicht wollte man auch einfach noch nicht „das gute Zeug verpulvern“ aber man hat ja an den Kinokassen gesehen, was man nun davon hat.

Hellboy Call of Darkness Review
© Universum Film

Wen man auch nochmal genauer beleuchten muss, sind die zwei Sidekicks von Hellboy. Diese haben leider nicht viel mehr für den Film getan, als die Zuschauer mit ihren permanenten pseudocoolen Sprüchen zu nerven. Der einzig wahre Sprücheklopfer den wir kennen und lieben ist Hellboy himself und das hätte auch gerne so bleiben dürfen. Alles andere ist einfach over the top. Einer möchte cooler und gewitzter als der andere sein, dazu wird gefühlt permanent ums letzte Wort gekämpft. Das kommt vielleicht bei Spätpubertärenden super an, beim breiten Publikum jedoch eher weniger bis gar nicht, wenn man den Kritiken Glauben schenkt.

Hellboy Call Of Darkness Review
© Universum Film

Was noch zu sagen bleibt ist, dass der Film nur ein eher geringes Budget von 40 Millionen Dollar hatte, was man meiner Meinung nach gar nicht so sehr merkt (außer halt am Drehbuch und an Milla *hust*). Ich fand auch das CGI nicht schlecht, was aber überall sonst kritisiert wird. Er kann in der Hinsicht aber natürlich nicht mit Hellboy von Del Toro (66 Millionen Dollar Budget) und Hellboy 2 (85 Millionen Dollar). Besonders in letzterem war das Charakterdesign und -umsetzung meiner Meinung nach überragend!

…und darum funktioniert der Film doch

Er ist nicht nur der Retter IM Film, sondern auch DES Films – David Habour als Red! Wir kennen ihn sonst eher als charismatischen Cheriff Hopper aus Hawkings in Stranger Things. Für mich persönlich hat Habour Hellboy perfekt umgesetzt. Ich neige fast dazu ihn als Red besser zu finden, als Ron Perlman. Damit einher geht aber auch das neue Design des roten Dämonen, das mir viel mehr zusagt als im Original. Es wirkt im Reboot einfach düsterer und dreckiger, womit ich zum nächsten positiven Apsekt komme. Hellboy – Call of Darkness ist atmosphärisch gesehen ganz allgemein blutiger, brutaler und abgefuckter als die Vorgänger (die für mich im Vergleich schon fast richtig weichgewaschen wirken). Über abgerissene Gliedmaßen bis hin zu gehäuteten Gesichtern ist alles dabei, was man von einer Apokalypse erwartet. I like a lot! Äußerst positiv überrascht haben mich dazu allerhand interessante Kameraschnitte, -perpektiven und -winkel, das hätte ich wirklich nicht erwartet.

Hellboy Call of Darkness Review
© Universum Film

Fazit

Mir persönlich, als ziemlich großes Hellboy-Fangirl hat der Film definitiv, trotz seiner kleinen und großen Mängel viel Spaß gemacht. David Habour funktioniert perfekt als der rote Affe aus der Hölle und hat mich in seiner Darstellung absolut überzeugt. Ich hoffe, dass ein nächster Teil erscheinen wird, mit mehr Budget, einem (viel) böseren Bösewicht und einem (sehr viel) besseren Drehbuch. Dann dürfte dem Höllenspaß nichts mehr entgegen stehen!

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