Sweek Microfiction – Mond

Hey ihr lieben Stalker,

heute geht es mal um etwas, ich sage mal, lyrisches. Ich habe mir ja in diesem Post vorgenommen, allgemein aktiver zu werden. Das gilt auch fürs Schreiben.
Man könnte meinen, da ich in meinem Beruf als Online-Redakteurin ja eh schon den ganzen Tag schreibe, hätte ich nach Feierabend auch mal die Faxen dicke.
Aber nein. Nicht im Geringsten.

Das Schreiben ist, neben dem Spielen von Videogames und dem Lesen, wohl eines meiner größten Hobbies. Aufgrund dessen habe ich ja unter anderem den Beruf der Online-Redakteurin gewählt. Liegt nahe, oder?
Jedenfalls habe ich vor einer Weile die Plattform Sweek für mich entdeckt. Dort kann man kostenlos Geschichten jeder erdenklichen Länge veröffentlichen und auch lesen. Zudem gibt es verschiedene Schreibwettbewerbe, bei denen man zum Beispiel Geldbeträge oder gleich einen Verlagsvertrag gewinnen kann.
Da noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, habe ich ganz klein angefangen und am letzten Sweek Mikrofiction Wettbewerb teilgenommen.

Bei diesem Wettbewerb gibt die Jury ein Word vor, zu dem man dann eine Geschichte in höchstens 200 Wörtern schreiben soll. Das letzte Word war „Mond“. Dazu sind mir auch ziemlich schnell zwei kleine Geschichten eingefallen, mit denen ich teilgenommen habe.
Gewonnen habe ich leider nicht, dazu waren die Geschichten wohl etwas zu düster 😛 Dennoch wollte ich Sie auch gern hier, auf meinem Blog, veröffentlichen.

Viel Spaß beim Lesen und lasst mir gern Kritik oder auch Lob da! 😉

Mondsucht

Dunkel ist es und der Mond scheint hell. Die eisige Luft des Winters streicht durch mein Haar, wie die Finger eines zärtlichen Liebhabers.
Ich renne, wie jede Nacht. Sehe meinem Atem schon fast vor meinen Augen gefrieren, so kalt ist der Dezemberwald.
Ich bin nackt und doch spüre ich keine Kälte.
Was ich spüre sind kantige Steine, spitze Äste und den harten Waldboden unter meinen baren Füßen. So viele Nächte treibt mich die große helle Scheibe am Himmel bis ans Äußerste, lässt meine Muskeln spannen und das Blut durch meine Aterien kochen. Nur hier, im Schatten der Bäume, bestrahlt vom Mond bin ich wahrhaft lebendig.
Hier gehöre ich hin.
Hier bin ich Zuhause.
Hier kann ich frische, kalte Luft atmen, her kann ich mit dem Wind rennen, hier bin ich eins mit der Dunkelheit und kann ganz und gar ich sein.
Denn mein Haar ist Fell.
Meine Füße sind Pfoten.
Wenn ich rede, knurre ich.
Ich bin der ruhelose Geist der Wälder, getrieben von der Sucht nach dem Mond.
Ich bin Frau bei Tag.
Und ich bin Wölfin in der Nacht.
Ich bin du. Und immer ruhelos.

Mondsucht

Das Ende

Hier stehe ich nun und sehe den Himmel zerfallen. Niemand hätte gedacht, dass das Ende so plötzlich kommt. Erst waren es nur Gerüchte im Internet. Seltsame Beiträge in Foren. Videos auf YouTube, die niemand wirklich erst nahm. Und doch verbreiteten sie sich wie ein Lauffeuer unter uns Jugendlichen. Dann kamen die Zeitungsartikel, letztendlich gefolgt von Fernsehberichten, bis auch dem letzten Zweifler klar war: Die Welt wird enden.
Doch nicht durch Katastrophen, Krankheiten oder Krieg, wie es diverse Propheten seit jeher voraussagen. Der Tod der Welt kommt aus dem All. Vielleicht ist es ja das Werk einer höher entwickelten Spezies, die es nicht mehr erträgt, was wir mit unserer Mutter Erde anstellen. Wir werden es nicht mehr erfahren.
Nachdem klar war, dass jedes Leben enden würde, ließen Chaos und Anarchie nicht lang auf sich warten. Raub, Mord und Gewalt waren an der Tagesordnung, bis man sich nicht mal mehr in den Vorgarten wagte. Sekten wuchsen nur so aus dem Boden und begingen kollektiven Suizid.
Heute ist Tag Null. Die Sterne fallen vom Himmel auf die Erde, wie glühende Scherben und der Mond beginnt bereits zu zerbrechen und zu verblassen. Es wird dunkel und alles Leben endet, wie es begann. In Finsternis.

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