Coco – Lebendiger als das Leben! – Review

Ich. Liebe. Horrorfilme! Dabei kann es gar nicht blutig, verstörend, oder bizarr genug sein. Zu meinen Favoriten gehören zum Beispiel die SAW-Reihe, The Hills Have Eyes und Eden Lake.
Aber… genau so sehr liebe ich auch Disneyfilme, bzw. Animationsfilme allgemein 🙂
So musste ich natürlich auch ins Kino und mir „Coco“ ansehen. Auf diesen Film habe ich schon gewartet, als vor Jahren die ersten Konzeptzeichnungen aufgetaucht sind, denn das Thema ist ja diesmal fernab von Prinzessinnen und magischen Kräften! Aber erstmal ganz grob zum Inhalt.

Ein Abenteuer in Mexiko – ganz ohne Prinzessin

Ein mal im Jahr wird in Mexiko der Tag der Toten gefeiert, an dem die ganze Familie ihrer verstorbenen Ahnen und Urahnen gedenkt. So fiebert auch unsere Hauptfigur, der zwölfjährige Miguel auf diesen Tag hin. Neben der vielen Feierei gibt es in seinem Heimatdorf auch einen Talentwettbewerb, an dem er gern teilnehmen möchte, denn er ist leidenschaftlicher Musiker… oder möchte dies zumindest werden, denn die Sache hat einen Haken – Seine Familie hasst Musik! Sein Ururgroßvater verließ damals die Familie wegen der Musik und kam nie zurück. Deswegen soll Miguel doch  lieber der Familientradition Folge leisten und Schuhe herstellen. Der kleine Mexikaner aber fiebert lieber seinem großen Vorbild Ernesto de la Cruz nach, dem größten Musiker überhaupt. Als er dies seiner Familie offenbart, ist vor allem seine Abuela (Oma) Imelda überhaupt nicht von seinem Vorhaben begeistert und so nimmt die Geschichte erst richtig seinen Anfang. Wir werden in eine wundervolle, leuchtende Welt entführt, in der Skelette so überhaupt nicht gruselig sind und man mindestens genau so gut Fiesta machen kann, wie in der Welt der Lebenden.

© Disney · Pixar

Der Wandel der Zeit

Schon in „Die Eiskönigin“ hat Disney gezeigt, dass die Zeit der völlig absurden „Liebe auf den ersten Blick und happy bis ans Ende aller Menschengedenken“-Mentalität verstaubt ist und gut versteckt irgendwo in den tiefsten Schubladen des 20. Jahrhunderts gehört. Stattdessen ging es um die bedingungslose, familiäre Liebe zweier Schwestern. Schon allein, dass Elsa die Heirat zwischen Anna und Hans ganz zu Beginn verbot, war ein klares Statement.
In „Coco“ wurde nun eine vollkommen andere Richtung eingeschlagen. Es gibt keine Prinzessin, es gibt keine Zauberkräfte, keine Märchenschlösser und die (partnerschaftliche) Liebe nur ganz am Rand (ohne geht es natürlich nicht ;)) Stattdessen sind wir in einem ganz realen Mexiko gelandet, in dem man zwar nicht viel hat, aber dennoch sehr glücklich ist. Miguel ist ein ganz normaler Junge der seinem Traum, Musiker zu werden, hinterher eifert, anstatt einem Mädel. Und das ist einfach nur genial. Es ist genial, überhaupt aus diesem Thema einen Film zu machen – Chapeau Disney!

So bunt war der „Dia de los Muertos“ noch nie!

Ich persönlich kannte mich schon etwas über den Dia de los Muertos aus, kannte viele Bräuche und wusste im Groben, wie diese festliche Zeit abläuft. Leute, die davon jedoch keine Ahnung haben, können von „Coco“ echt noch was lernen, denn Disney hält sich arg an den Ablauf dieser tollen Tradition. Die Charaktere „der anderen Seite“ wurden alle im Stil der „Calaveras de Dulce“ (Schädel aus Zucker mit bunten Verzierungen) gehalten und wirken somit alles andere als, für Skelette gewöhnlich, gruselig. Mir persönlich waren die „Geistführer“ neu, die die Toten zwischen den Welten geleiten. Dies sind geschnitzte, bunte Tierwesen die den Toten sozusagen geschenkt werden.

© Disney · Pixar

¡Me gusta!

Was auffällt ist, dass Disney den Fokus stark von der Musik weg gelenkt hat. Schon bei „die Eiskönigin“ war der einzige wirklich Kracher „Let it got“. Das soll nicht heißen, dass die Musik allgemein schlecht geworden ist, keineswegs, aber man merkt eben schon, dass sie bodenständiger geworden ist und nicht mehr so mitreißt.
Alles in allem waren alle Charaktere natürlich zuckersüß gestaltet, ich habe einige Male herzlich gelacht und konnte mir am Ende die eine oder andere Träne nicht verkneifen. Zudem gibt es einen wirklich krassen Plottwist, mit dem ich nicht gerechnet habe!
„Coco“ ist eine klare Empfehlung an alle kleinen und großen Disneyfans, besonders weil hierbei mal andere Werte vermittelt werden, wie die Wichtigkeit der Familie und das Kämpfen, um Träume und Ziele zu verwirklichen. Und ganz wichtig – niemals aufgeben!

 

Habt ihr „Coco“ schon im Kino gesehen? Und hat euch der Film auch so gut gefallen wie mir? 😛

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